Telefonterror und der machtlose Verbraucher

Telefonterror und der machtlose Verbraucher

Anrufmonitor mit TelefonterrorJeder kennt  bestimmt diese lästigen Werbeanrufe, die immer wieder am eigenen Telefon aufschlagen und ziemlich nervend sind. Was ich allerdings seit dem 10.09. über meine Telefonleitung hier im Büro erlebe ist echt Terror pur.

Seit jetzt 10 Tagen bekomme ich jeden Werktag bis zu 3 Anrufen mit der gleichen Berliner Rufnummer als Anruferkennung. Die Anrufe fangen meistens gegen 9 Uhr morgens an und enden meistens gegen 17  Uhr. Natürlich sind die Anrufzeiten fast perfekt passend zu den Zeiten in denen ich mich meistens im Büro befinde.

Der Screenshot vom Anrufmonitor bietet eine gute Übersicht der Anrufe, obwohl aus der Anfangszeit ein paar von mir zwischenzeitlich gelöscht wurden. Damals hätte ich allerdings nicht im Traum daran gedacht, dass der Anruf  eine solche Penetranz an den Tag legen würde.

Die interessante Frage ist natürlich, was der Anrufer möchte und vor allem, wer ist der Anrufer? Insgesamt zwei mal hab ich das Gespräch angenommen und es nahm niemand ab. Ein Hoch auf die Predictive Dialer. Über das Internet konnte man allerdings durchaus ein paar Anhaltspunkte finden über den Besitzer der Rufnummer. Es handelt sich dabei um ein Unternehmen welches mittels Cold-Calls und über das Internet-Werbung sogenannte Gewinnspiel-Abos verkauft.

Genau hier beginnt nun das Problem. Der Anrufer ruft hier täglich bei einer Rufnummer an, welche geschäftlich genutzt wird. Die Anrufe nerven nicht nur, sondern stören effektiv meine tägliche Arbeit. Der Gesetzgeber hat in einem solchen Fall einige rechtliche Mittel gegen den Anrufer vorgesehen. Aber was bringen einem die Möglichkeiten, wenn die Rufnummer von einem (angeblichen?) Unternehmen in der Türkei bei einem Bürodienstleister in Deutschland angemietet wurde? Nichts. Seit kurzem sind auch Geldstrafen im Fall von Cold-Calls vorgesehen. Aber auch hier gilt die gleiche Frage. Was bringen die Geldstrafe, wenn der Telefon-Werber seinen Sitz im Ausland hat und hier nur Leitungen mietet? Auch hier ist die Antwort: nichts. Das gilt insbesondere, wenn die Firmenanschrift im Ausland nicht stimmt oder sich dort nur ein Postfach befindet.

Bleibt natürlich die Möglichkeit die Rufnummer der Regulierungsbehörde zu melden in der Hoffnung, dass die Rufnummer gesperrt wird. Allerdings ist der Effekt auch hier relativ gering, denn der Telefon-Werber kann einfach neue Leitungen anmieten und schon beginnen die Cold-Calls von neuem.

Das ganze zeigt, wie machtlos man doch in einem solchen Fall ist. Der Verbraucher hat praktisch nur die Chance entweder in seiner Telefonanlage die Rufnummer zu sperren oder über seinen Telefonanbieter für eingehende Telefonate sperren zu lassen. Leider hat nicht jeder eine Telefonanlage und nicht jede Telefonanlage bietet eine Sperrfunktion für angehende Anrufe, wozu auch die hier installierte Eumex-Anlage gehört. Die Sperrung einzelner Rufnummern über den Telefonanbieter dagegen ist bei den meisten Telefonanbietern mit zusätzlichen Kosten verbunden.

In meinem Fall war die einzige Lösung ein Anrufabweisen-Plugin für den Anrufmonitor. Mit diesem Plugin kann man ausgewählte Rufnummern direkt mit dem ersten klingeln abweisen. Aber kann das tatsächlich die Lösung sein? Hier sollte der Gesetzgeber zwingend noch einmal nachlegen und vor allem die Möglichkeiten beschneiden aus dem Ausland hier in Deutschland Telefonleitungen zu betreiben ohne einen entsprechenden Firmensitz/Ansprechpartner. Mir persönlich schwebt hier eine Lösung wie  bei .de Domains vor. Allerdings glaube ich nicht wirklich daran, dass hier einmal grundlegende Änderungen stattfinden.

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