Fazit einer Testbestellung beim Amazon Lebensmittel-Store

Fazit einer Testbestellung beim Amazon Lebensmittel-Store

DPD SchadensberichtVorab eine kleine Warnung — wer einen schlechten Magen hat, sollte hier vielleicht lieber nicht den Blog-Eintrag weiterlesen und erst recht nicht die folgenden Bilder anschauen.

Direkt am ersten Tag, nur wenige Stunden nach der Pressemitteilung über den Start eines Lebensmittel-Stores bei Amazon hatte die Neugier die Vernunft bei mir überstimmt und ich führte eine kleine Testbestellung durch. Die Bestellung bestand  aus ein paar Flaschen Wein, 4x 100g Schnitzel, 2x Bio-Bananen, 2x rote Zwiebel und 2x Duplo. Also eine bunte Mischung welche gerade bei den aktuellen Temperaturen sicherlich keine leichte Lieferung darstellt. Aber wie die Lieferung abgelaufen ist, das schlägt echt alles. Zur den Produkten sollte man sagen, dass diese zum Bestellzeitpunkt als verfügbar markiert waren.

Nun aber zur Chronologie der Lieferung

Die Bestellung erfolgte am 01.07.2010 und die ersten 5 Tage passierte abgesehen von der automatischen Bestellbestätigung erst einmal nichts. In der Nacht vom 05. zum 06.07. kam von Froodies eine erste eMail, wo man sich für die verzögerte Lieferung entschuldigte. Nur 24h später kam dann der Versandhinweis per eMail zusammen mit einer Kopie der Rechnung. Sollte die Lieferung damit auch tatsächlich kommen?

Ein Blick in den Amazon-Kundenbereich zeigte, dass tatsächlich etwas versendet wurde — allerdings nur ein kleiner Teil der Lieferung. Das bestellte Fleisch und der Wein sind als getrennter Versandvorgang aufgeführt worden. Am folgenden Arbeitstag wurde auch tatsächlich ein Paket via DPD hier abgegeben. Auf den ersten Blick war dabei zu erkennen, dass tatsächlich die Lieferung nur ein Teil der Bestellung enthält. Die gelieferten Bio-Bananen und die Zwiebel waren in einem wirklich guten Zustand und selbst die Duplos kamen hier einwandfrei an. Auffallend war dennoch, dass keine Kühlung stattfand und es daher nur Glück war, dass aus den Duplos keine braune Sauce im Paket wurde.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was mit der restlichen Bestellung ist und tatsächlich hörte man eine weitere Woche lang von Amazon bzw. Froodies nichts. Heute vor 2 Tagen kam überraschend eine weitere Versandmail — diesmal für das Fleisch und die Weinflaschen. Heute (nach 2 Tagen) war es nun soweit — der DPD Mitarbeiter klingelte an der Tür und warnte mich gleich vor, dass mit der Lieferung etwas nicht okay sei und man bereits ein Schadensbericht ausgefüllt hätte.

Am Paket war schon zu sehen, dass DPD augenscheinlich alles neu verpackt hatte und die Kopie des Schadensberichtes sprach von 2 Weinflaschen die bei der Lieferung zerbrochen sind. Irgendwie hatte ich schon ein komisches Gefühl und das Gefühl hat sich schon beim ersten öffnen des Pakets bestätigt … es stank und zwar fürchterlich. Also erst einmal die verbliebenen Weinflaschen ausgepackt und dabei gleich entdeckt, dass zwischenzeitlich noch eine dritte Flasche am Verschluss beschädigt wurde und damit der Wein natürlich auch ausgelaufen war.

Nun denn, weiter ging es zum interessantesten Teil — der Styropor-Box mit dem Fleisch. Hier wollte ich auf Nummer sicher gehen und nahm — angefasst mit Gummie-Handschuhen — die Box erst einmal ins Freie. Eine schlaue Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Nach dem öffnen der Box flogen mir gleich dutzende Fliegen entgegen und der Gestank wurde noch einmal deutlich stärker. Die Kühlung in der Box war nicht (mehr?) vorhanden das Fleisch „schwimmte” nur noch zwischen den Luftpolstern. Wie ihr euch vorstellen könnte, war es wirklich ein sehr appetitliches Bild.

Man kann echt nur über Froodies und Amazon den Kopf schütteln. Momentan kann ich niemandem empfehlen irgendwelche verderblichen Lebensmittel bei Amazon zu bestellen und dies gilt insbesondere für Produkte, die gekühlt angeliefert werden müssen. Hier muss Amazon und Froodies meiner Meinung nach dringend nachbessern und bis man schafft einen solchen Dienst auf einer sicheren Basis im größeren Stil aufzubauen, sollte der weitere Verkauf gestoppt werden. Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden hier relativ schnell eingreifen.

Meiner Meinung nach  muss beim Lebensmittelversand unbedingt die Möglichkeit existieren die Einhaltung der Kühlkette durch den Endverbraucher zu kontrollieren. Aus technischer Sicht sollte dies auch umsetzbar sein, aber es würde natürlich die Kosten für die Lieferung nochmals ansteigen lassen. Aber so hat es meiner Meinung nach keinen Wert.

Hier übrigens noch ein paar Impressionen:

Froodies Lieferung Bild 1 Froodies Lieferung Bild 2 Froodies Lieferung Bild 3


6 responses to “Fazit einer Testbestellung beim Amazon Lebensmittel-Store”

  1. Remi sagt:

    Mit Professionalität hat dieser „Service” wirklich nichts zu tun. Die letzte Lieferung nach 14 Tagen und dazu in diesem Zustand. Eine sehr gute Test-Kombination bestellt.
    Dieser Handel sollte vorübergehend gestoppt werden, wenn nicht von Amazon/Froodies selbst, was der Reputation nur gut tun würde, dann seitens der Behörden, die den Verbraucher schützen sollte. Nach diesem Bericht, würden bei Schließung des Vertriebes sogar die Postangestellten geschützt.
    Das nenne ich mal „investigatives Blogging”…obwohl es nicht sehr leserfreundlich ist 😉

  2. Gabriela sagt:

    Interessant mal zu lesen, dass jemand anstatt nur darüber zu schreiben auch eine Testbestellung durchgeführt hat. Ich hab selbst auch was dazu geschrieben und größtenteils viel Kritik in anderen Blogs gelesen. Deine Erfahrung ist ja wirklich ein Graus, aber ich hoffe mal dass sowas ein Einzelfall ist. Die Idee dieses Service an sich finde ich schon klasse. Es gibt bestimmt viele Senioren, die nicht betreut werden aber dennoch ihre Einkäufe erledigen müssen. Voraussetzung ist aber wie du schon schreibst unbedingt die Einhaltung der Kühlkette bei verderblichen Waren.

  3. Ronny Roger sagt:

    Aus den alten Fehlern werden’se sicherlich gelernt haben. Trotzdem, Service schaut anders aus, auch heute.

  4. Tim sagt:

    Da sind die von lebensmittel.de ja noch viel besser und es kommt alles auch frisch an.

  5. Nina sagt:

    Mmh komisch. Das ist der erste Negativreport den ich lese. Auch bei Trusted Shops und inner Fernsehreportage ham se super abgeschnitten. Hab da auch mal bestellt, alles 1a. Lebensmittel.de war bei mir dagegen eher fragwürdig. Persönlich würde ich aber auch eher in Shops direkt als über Amazon bestellen. Haste denn zu dem Fall mal den Kundenservice angerufen?? Ich mach das immer…hatte da mal nen zwischenfall mit nem Versandhandel für Schminke.…gemeckert und nur ne STandard mail bekommen. Da kauf ich nix mehr.…wenn der Service super reagiert, verzeih ich ein paar Fehler. Können die Händler ja auch nix für, wenn der Paketdienst mal wieder schlampt.

    Grüße

    Nina

  6. Jens Dutzi sagt:

    Ja, natürlich war ich damals mit denen in Kontakt und es gab nur vorgefertigte Standard-Antworten per Email. Dazu muss man allerdings sagen, dass der Test direkt nach dem Start bei Amazon durchgeführt wurde. Die Auslastung dürfte damals natürlich entsprechend hoch gewesen sein. Daher ist es gut möglich, dass es heute besser aussieht (ein Test ist immer natürlich nur eine Stichprobe). Dennoch bin ich weiterhin der Meinung, dass gerade bei verderblichen Lebensmittel die ohne externe Kühlung transportiert werden der Käufer die Möglichkeit haben sollte die Einhaltung einer durchgängigen Kühlung prüfen zu können. Dies ist meines Wissens nach aktuell auch weiterhin nicht möglich.

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