Killerspiele in Karlsdorf-Neuthard?

Neuthard_Buergerplatz Zu meiner täglichen Lektüre gehört – natürlich – auch die Newsticker von heise online und Golem. Allerdings musste ich mir gestern Abend ziemlich die Augen reiben als dort eine Meldung über Karlsdorf-Neuthard (Karte) zu lesen war.

Was war passiert? Ein hier im Ort ansässiger Computerclub plante unter dem Namen “Convetion-X-Treme”, wie bereits in den letzten Jahren, eine kleine LAN Party für rund 400 Spieler. Nachdem augenscheinlich bereits alles mit der Gemeindeverwaltung und dem Bürgermeister Sven Weigt geklärt schien kam es in der eigentlich jungen und aufgeschlossenen Gemeinde zu einer kuriosen Wende.

Ähnlich wie in Stuttgart und Karlsruhe (eigentlich eine Technologie-Region) sah sich unser erst vor kurzem gewählter Bürgermeister dazu gezwungen die Veranstaltung abzusagen. Dabei lässt folgendes Zitat durchaus auf ein Druck durch den Minister des Inneren (Heribert Rech / CDU) schließen:

Auch unser Innenminister und der Städte- und Gemeindetag sprechen sich gegen solche Veranstaltungen aus.

Der Frust der Gamer dürfte Herr Weigt auf jeden Fall mit dieser Entscheidung auf sich gezogen haben. Allerdings dürfte es niemandem helfen, wenn man nun die Gemeinde mit Hass-Emails bombardiert.

Die Auswirkungen der Entscheidung dürften jedenfalls weitreichender sein, als sie auf den ersten Blick aussehen. Da der Verein für die Veranstaltung bereits alles organisiert hatte (Server, Technik, Lagermiete und vieles mehr) und für mehrere tausend Euro auch bereits Tickets an Personen in ganz Deutschland verkauft wurden dürften die unmittelbaren Auswirkungen für ihn weitreichend sein. Auf der Vereinseigenen Seite sieht man den Fortbestand des Vereins durch die Entscheidung auf jeden Fall gefährdet.

Allerdings begrenzen sich die Auswirkungen wohl nicht nur auf meine kleine 9000 Seelen-Gemeinde. In den Sommerferien finden regelmäßig in ganz Deutschland unzählige LAN-Partys in vielen kleinen Gemeinden statt. Mit der Entscheidung die LAN Party abzusagen könnten unsere Gemeindeverwaltung durchaus einen Präzedenzfall für andere Bürgermeister geschaffen haben.

Falls ihr euch fragt wie es der Fall in die deutschlandweite Presse schaffte, so ist die Antwort relativ einfach. Dank des “Piraten” Jörg Tauss kam diese kleine Geschichte aus Karlsdorf-Neuthard gestern in einer Sitzung des Bundestags auf.

Noch vielleicht etwas kurioses am Rande. Im August dieses Jahres findet hier in Karlsdorf-Neuthard noch eine andere Veranstaltung mit Zustimmung der Gemeinde statt. Dabei handelt es sich um ein internationales Jugend-Schützentunier des Schützenvereins Karlsdorf, welches auch auf der Gemeinde-Seite erwähnt wird. Ich denke, hier erübrigt sich jeder weiterer Kommentar …

3 responses to “Killerspiele in Karlsdorf-Neuthard?”

  1. Quelle: techbanger.de / ITam GmbH Heute möchten wir wieder einmal auf interessante Nachrichten aus den vergangenen Tagen verweisen, die es zwar unsere die nähere Auswahl geschafft haben aber letzten Endes doch nicht zeitnah aufgegriffen wurden. IT i…

  2. Starlord sagt:

    meine Kondulenz für die ehrbare Tat
    eine geschlossene Erwachsenenveranstaltung unter dem Gesichtspunkt Kinderschutz abzusagen, die Farce ist dabei das der Schützenverein, der die Spielerei sozusagen in Realität auslebt im Prinzip nur auf dem Erhaltungsrecht weitermachen darf weil er durch die Dauer seiner Existenz über die Frage woher der letze Amokläufer seine Waffe hatte erhaben ist…

    Werter Bürgermeister, ich bin gelinde gesagt enttäuscht , über ihre Weitsichti inder Frage
    woran ich einen Erwachsenen von einem Kind unterscheide, ich kann mir gut vorstellen das viele Erwachsene dies als Afron sehen, das man sie als Killer und Kind hinstellt…

    Aber vieleicht ist das allen polizisten und Padagogen entgangen..

    PS: ich kannte auch mal einen Padagogen der hat sich vor 7 Jahren vor eine Zug gestürtzt weil er mit dem Leben nicht fertigwurde, ein Amt alleine gibt nicht das Recht auf Allwissenheit.…

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