Internet-Browser und den Schutz gegen gefährliche Seiten

Aus aktuellem Anlass möchte ich doch einmal darauf eingehen, in wieweit aktuelle Browser den Nutzer vor potentiell gefährlichen Seiten schützt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass ich mich bei diesem Beitrag jeweils auf die aktuellste Generation der Browser beziehe.

Dieser Beitrag soll dabei einmal erwähnen, welchen Schutz die einzelnen Browser bieten und welche Datenquellen verwendet werden. Der Test umfasst dabei die 5 bekanntesten Internet-Browser.

Aktuelle Browser in der Übersicht:

Internet Explorer 8:

Fangen wir also einmal mit dem am meisten verwendeten und dennoch von vielen nicht gerade geliebten Internet Explorer an. Mit SmartScreen-Filter besitzt der Internet Explorer 8 einen äußerst umfangreichen Schutz gegen Phishing- und Malware Seiten. Microsoft setzt für den Phishing- und Mailwareschutz im Gegensatz zu anderen Unternehmen gleich auf eine ganze Reihe von externe Datenbanken um die aufgerufene Seite einstufen zu können. Microsoft setzt allerdings nicht nur auf externe Lösungen, sondern verwendet auch diverse im Browser eingebaute Filter um gegen XSS-Lücken und ähnlichem zu schützen. Die genannten Sicherheitsfeatures stellen allerdings nur ein Teil des umfangreichen Sicherheitskonzeptes des Internet Explorer dar, zu dem auch zum Beispiel Microsoft Defender und die Funktion “InPrivate-Browsen” gehört.

Firefox 3:

Der beliebte Opensource Browser von Mozilla darf natürlich bei einem Test nicht fehlen. Nachdem Microsoft für den Internet Explorer 7 einen Phishing-Schutz ankündigte, wollte Mozilla natürlich in nichts nachstehen. Zusammen mit Google ging man das Problem an und entwickelte das offene Safe-Browsing Protokoll. Es wird allerdings hier keine externe Datebank abgefragt wie beim Internet Explorer. Google baut für Safe-Browsing eine eigene Datenbank auf, welche potentiell gefährliche Seiten enthält. Dazu zählen neben Phishing Seiten auch Seiten, welche Malware verbreiten oder sonst wie den PC des Nutzers angreifen könnten. Wer weitergehende Schutzmaßnahmen möchte muss hierbei auf Erweiterungen wie XSS Warning, Google Safe-Browsing und NoScript setzen.

Opera 9:

Unter dem Namen Opera Fraud Protection verbirgt sich beim Browser des norwegischen Herstellers einen einfachen Schutz vor potentiell schadhaften Seiten. Der Browser gleicht hierbei die URL mit bis zu drei externen Datenbanken (Netcraft, PhishTank und Haute Secure) ab und stuft diese entsprechend des Ergebnisses ein. Über weitergehende Sicherheitskonzepte wie Filter gibt es keine Informationen und es besteht auch keine Möglichkeit über eine Erweiterung oder ähnlichem nachzurüsten. Durch die äußerst anpassbaren Oberfläche des Browsers lässt sich allerdings eine ähnliche Funktionalität wie bei der Firefox Erweiterung NoScript realisieren. Es besteht damit die Möglichkeit über einen einfachen Mausklick die Javascript Unterstützung des Browsers zu aktivieren oder deaktivieren. Allerdings gibt es – im Gegensatz zur Firefox Erweiterung – keine Datenbank bei der die Einstellung für einzelne Seiten hinterlegt wird.

Google Chrome:

Ähnlich wie beim Mozilla Firefox wird bei diesem Browser auf das bereits erwähnte Safe-Browsing gesetzt. Eine weiteres Sicherheitsfeature ist auch die Inkognito-Funktion zum anonymen browsen im Internet. Weitere Sicherheitsfunktionen sind dagegen nicht bekannt. Mit dem letzten größeren Update bekam der Browser allerdings eine Schnittstelle für externe Erweiterungen und ich denke, dass sich hierdurch in Zukunft noch einiges ändern wird. Nicht verschwiegen soll allerdings auch werden, dass der Borwser zwar auf einer Opensource Software basiert, aber dennoch im Zusammenhang mit Datenschutz sehr umstritten ist. Aus diesem Grund existieren auch bereits mehrere Abspaltungen des Browsers.

Apple Safari 4:

Erst vor kurzem bekam der Browser aus dem Hause Apples einen Phishing- und Malware-Schutz spendiert. Nach massiver Kritik durch die Presse war dies auch dringend notwendig. Der Browser setzt hierbei wie schon der Firefox und Google Chrome auf das von Google entwickelte Safe-Browsing. Ähnlich wie Google Chrome, besitzt auch der Safari unter dem Namen “Private Browsing” eine Funktion zum anonymen surfen im Internet. Weitere Sicherheitsfunktionen existieren im Apple-Browser leider nicht.

Fazit:

Das Thema Browser ist relativ komplex und jeder Nutzer hat “seinen” Lieblings-Browser, welcher er “am besten” findet. Dieser Test zeigt allerdings, dass sich in den letzten Jahren was die Browser-Sicherheit angeht sich einiges getan hat. Gerade die größere Anzahl an verfügbaren Browser hat die etablierten Anbieter dazu gezwungen sich mehr Gedanken über die Sicherheit der Internetsurfer zu machen. Gerade der Internet Explorer hat sich seit der Version 7 äußerst positiv entwickelt. Während der Internet Explorer 6 durchaus noch als problematisch angesehen werden konnte ist der Internet Explorer 8 deutlich besser geworden.

Der jüngste Browser Test von NSS Labs zeigen, dass der Internet Explorer 8 tatsächlich aktuell führend bei der Browser-Sicherheit ist, während er noch mit der Version 7 deutlich abgeschlagen war. Der Mozilla Firefox ist der erste Verfolger des Internet Explorer 8.

Auch wenn sich in dem Zusammenhang einiges getan hat, so möchte ich abschließend dennoch darauf hinweisen, dass die Browser zwar einiges an Sicherheit gewonnen haben, aber dennoch sollte der Internet-Nutzer auf seinem System eine aktuelle Antivirenlösung installiert haben. Erst die Kombination aus beidem bietet einem eine gewisse Sicherheit im Internet.

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